5 Tipps für eine gesunde Lebensweise mit Wein

Weinwissen für Einsteiger: 5 Tipps, wie Sie Weingenuss mit einer gesunden Lebensweise kombinieren. Welche Weinarten vertragen Sie am besten? Welcher Wein hat weniger Säure? Was bewirken Sulfite? Welches Quantum Wein passt für Sie?

Was waren das noch für Zeiten, als man im Hospital täglich mindestens einen Liter Wein zur Genesung bekam. Dass Wein gesundheitsfördernd sein soll, davon war man bis vor zweihundert Jahren fest überzeugt. Was wahrscheinlich auch mit der Qualität des Trinkwassers damals zu tun hatte.

Wein gilt bis heute als Kultur- und Genussgetränk und verträgt sich bei bewusstem Genuss bestens mit einer gesunden Lebensweise.

#1 Rot- oder Weißwein – was ist besser verträglich?

Das »French Paradoxon« löste vor einigen Jahren weltweit einen regelrechten Rotweinboom aus. Diverse Studien berichteten intensiv darüber, dass die Phenole in den Schalen der roten Trauben das Herz schützen würden.

Bevor Sie jetzt aufspringen und sofort eine Flasche Rotwein öffnen: Die Experten haben zwar viel geforscht, aber noch immer wird diskutiert, ob Rotwein tatsächlich gesünder als Weißwein ist. Auch seine Verträglichkeit hängt von mehreren Faktoren ab: Alkohol, Säure und Sulfite zum Beispiel. In Maßen genossen, wirkt Wein - egal ob weiß oder rot - grundsätzlich positiv, so die Fachleute.

Wein zum Essen geniessen

Passende Speisen zum Wein steigern Genuss und Verträglichkeit

Unser Tipp: Trinken Sie Wein bewusst und in Maßen, auch zu den Mahlzeiten. Dies steigert die Verträglichkeit und das passende Zusammenspiel der Aromen von Wein und Speisen erhöht den Genuss.

#2 Welcher Wein hat am wenigsten Säure?

Säure im Wein verdient grundsätzlich ein besseres Image. Sie ist ein wichtiger Bestandteil und sorgt für Frische, Struktur und Harmonie im Wein. Dennoch spüren manche Menschen Sodbrennen oder Magendrücken. Liegt es am Weißwein? Dies ist denkbar, wenn auch selten. Der Säuregehalt der meisten Weine liegt zwischen 4,5 und 6,0 Gramm pro Liter. Dies entspricht einem pH-Wert von 2,8 bis 4,0 und ist hinsichtlich der Säure meist deutlich verträglicher als der Genuss von beispielweise Cola (pH-Wert 2,0 - 3,0) oder sauren Säften. Grundsätzlich gilt, je höher der pH-Wert eines Weins, desto weniger Säure enthält er.

Bei einem pH-Wert von unter 1 hat unser Magen für seine Verdauungsfunktion bereits ein saures Millieu. Er kann aber durchaus gereizt reagieren, wenn Alkohol zu schnell und in größerer Menge in den (leeren) Magen gelangt. Auch fettreiches, scharfes Essen kurbelt die Produktion von Magensäure an, ebenso der oft höhere Alkoholgehalt bei Rotwein. Was tun? Langsam geniessen oder einen Wein mit moderatem Alkoholgehalt wählen. Dies erhöht Genuss und Verträglichkeit.

Wie kommt die Säure überhaupt in den Wein?

Jeder Wein enthält Weinsäure und Apfelsäure. Während die Weinsäure als natürliches Konservierungsmittel fungiert, stört die adstringierende Apfelsäure vor allem in Rotweinen aus kühleren Regionen. Deshalb durchlaufen diese meist nach Abschluss der alkoholischen Gärung eine zweite: die malolaktische Gärung, bei der die Apfelsäure abgebaut wird und der Wein runder schmeckt.

Das Spiel beginnt mit jedem Jahrgang aufs Neue: Mit zunehmender Reife entwickeln die Beeren je nach Rebsorte einen natürlichen Zuckergehalt, die Säure nimmt dagegen ab. Für den Winzer heißt das, den optimalen Lesezeitpunkt zu finden, an dem die Traube bereits die gewünschte Süße hat und dennoch ausreichend Säure als Gegenpart. Faustregel: Je wärmer eine Region ist, desto weniger Säure bringen die Trauben in den Wein. Tendenziell haben Rotweine weniger Säure als Weißweine, dafür aber meist einen höheren Alkoholgehalt.

Weinbau in Südamerika

Weinlese im sonnenreichen Argentinien

Unser Tipp: Wählen Sie bei Bedarf Weine von säurearmen Rebsorten (zum Beispiel Chardonnay) aus wärmeren Regionen oder Rotweine, deren Säure bei einer malolaktischen Gärung auf natürliche Weise abgebaut wurde.

#3 Was bewirken Sulfite im Wein?

Allergisch gegen Wein per se ist kaum jemand, höchstens gegen einzelne Inhaltsstoffe. Sulfit zum Beispiel. Dies verhindert, vereinfacht gesagt, dass der Wein zu Essig wird. Vereinzelt spielen auch Histamine eine Rolle, vor allem in Rotweinen sind diese stärker vertreten und können bei besonders sensiblen Menschen eventuell Kopfschmerzen auslösen. Wer auf Histamine sensibel reagiert, sollte eher zu Weißweinen greifen. Wer Weine mit wenig Sulfit sucht, findet diese bei uns. Fragen Sie uns nach einer Empfehlung.

Unser Tipp: Weingenuss und Histaminintoleranz schließen sich nicht aus. Wir kennen unsere Winzer und ihre Anbaumethoden – und beraten Sie gern.

#4 Alkohol: Die Dosis macht den Unterschied. Auch im Geschmack.

Wenn (Rot-)Wein Kopfschmerzen bereitet, lässt sich das manchmal auch ganz einfach erklären: Es waren schlicht ein paar Gläser zu viel.

Ein geringer Alkoholgehalt erscheint manchen Menschen als richtig. Andererseits dient Alkohol als Geschmacksträger. Ein Rotwein mit 8 Volumenprozent Alkohol würde dünn erscheinen und wahrscheinlich nicht überzeugen, wie ein Blick auf internationale Weinwettbewerbe bestätigt.

Beim Alkoholgehalt spielt (wie bei der Säure) auch die Herkunft eine Rolle. In südlicheren, wärmeren Anbaugebieten entwickeln die Beeren mehr Zucker, der bei der Gärung in Alkohol umgewandelt wird.

Viele Weißweine erreichen heute Werte zwischen 10 – 12 Prozent Alkohol, die Roten mit 12 bis 14 Prozent sogar noch etwas mehr. Das liegt auch daran, dass Rotweine eine Weile auf der Maische liegen und länger gären als Weißweine, deren Most sofort abgepresst und nur kurz vergoren wird.

Rotweinmaische

Rotweinmaische

Unser Tipp: Trinken Sie zum Wein mindestens dieselbe Menge Wasser, möglichst ohne Kohlensäure. Das bewahrt nicht nur einen klaren Kopf, sondern schützt zudem vor bösen Überraschungen am nächsten Morgen.

#5 Wein genießen: mäßig und bewusst

Ungerecht, aber leider wahr: Frauen vertragen weniger Wein als Männer. Maximal zwei bis drei Einheiten pro Tag bei den Damen versus drei bis vier für die Herren gehen laut Experten noch als moderat durch. Das soll jetzt natürlich keine Anleitung zum kontrollierten Trinken sein, nur ein grober Richtwert. Alter, Gewicht, individuelle Kondition und einiges mehr beeinflussen eben auch, wie gut Mann oder Frau Wein verträgt.

Übrigens: Nicht konsumierte Einheiten »sammeln« bringt leider nichts. Regelmäßiges und mäßiges Genießen bekommt dem Körper besser als ein gelegentlicher Vollrausch.

Wenn Sie nun selbst ihre Grenzen bestimmen möchten, bitteschön: Multiplizieren Sie die Weinmenge mit dem Alkohol und teilen das Ganze durch 1000. Eine 0,75-ml-Flasche Chardonnay mit 13 Prozent Alkohol ergibt demnach 9,75 Einheiten.

Unser Tipp: Weniger ist mehr. Achten Sie beim Weinkauf auf Qualität und genießen Sie einen guten Wein so, wie es auch die Winzer tun: beim Essen und in geselliger Runde mit Familie und Freunden.

Wein unbeschwert geniessen

Wein unbeschwert geniessen

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