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Weinwissen

5 Tipps für Ihren Weinabend

Weinwissen für Einsteiger: Fünf Tipps für einen gelungenen Weinabend


Zum gelungenen Weingenuss braucht es weniger als viele denken: einen guten Tropfen, das passende Glas und ein paar kleine Kniffe, die auch Profis gern nutzen.

Wichtigstes Utensil: ein gutes Weinglas. Am besten dünnwandig, farblos – und mit Stiel. Letzteres ist nicht versnobt, sondern verhindert ganz einfach, dass die Hand den Wein zu schnell erwärmt.

#1 Welches Glas zu welchem Wein?


Form oder Größe des Kelches beeinflussen, wie ein Wein riecht oder schmeckt. Wer will, findet sogar rebsortenspezifische Gläser. Aber keine Bange, man muss nicht gleich seinen Schrank entrümpeln.

Welches Glas zum Wein

Eine gute Grundausstattung kommt mit vier Glastypen aus:

Weißwein

Frischer Weißwein mit lebendiger Säure wie Sauvignon Blanc beispielsweise schmeckt am besten aus einem schlanken Glas, dessen Kelch sich am Rand leicht nach innen wölbt.

Weißweine, die im Holzfass gereift sind, mehr Körper und Komplexität mitbringen wie Chardonnay zum Beispiel, kommen in einem größeren Kelch besser zur Geltung, der ihnen Raum zum Entfalten lässt. Keins zur Hand? Funktioniert auch im Rotweinglas.

Rotwein

Als Standard für Rotweine hat sich das Bordeaux-Glas etabliert, in dem die meisten Gewächse gut aufgehoben sind, egal ob kraftvoll, komplex oder fruchtig. Das Glas hat einen großen Kelch und einen höheren Kamin (so nennt man den Platz zwischen eingeschenktem Wein und Glasrand). Der Wein bekommt ausreichend Sauerstoff und erscheint voluminöser, ohne dass der Alkohol dominiert.

Rotweinglas für Pinot Noir

Einzige Ausnahme: Elegante Burgunder wie Pinot Noir brauchen mehr Platz im Glas. Ein Kelch in Form eines Ballons unterstützt ihre Finesse am besten.

Sekt und Champagner

Alles, was schäumt und prickelt, gehört in ein Sektglas, das lang, schlank und leicht tulpenförmig geformt ist. Bitte keine Sektschalen, die zerstören das Bukett und der kostbare Tropfen erwärmt sich schnell.

Das gilt übrigens nicht nur für weiße Schaumweine. Paul René MCC Brut Rosé, ein nach der Champagnermethode hergestellter Schaumwein vom Kap (neu bei uns im Sortiment ab Dezember), bringt sein herrlich frisches Aprikosen- und Apfelbukett, das er während der 24-monatigen Reife auf der Hefe entwickelt hat, bestens in einem schlanken Glas zur Geltung.

Dessertweine

Süßweine und Port schmecken am besten aus einem kleineren Glas, das in der Mitte leicht bauchig ist. Wer keins hat, nimmt einfach ein Weißweinglas.

#2 Wein Dekantieren ja oder nein – und wann?

Eine Grundregel gibt es nicht. Dekantieren ist ratsam, wenn sich während der Reife ein Depot gebildet hat, was bei älteren Weinen häufig vorkommt. Dazu stellt man die Flasche einen Tag vor dem Servieren aufrecht. Beim (vorsichtigen!) Umfüllen in eine Karaffe bleibt der bittere Bodensatz in der Flasche. Gleichzeitig kann der Wein atmen und wird harmonischer.

Auch bei jüngeren Jahrgängen kann das Belüften Sinn machen (Sommeliers sprechen dann von Karaffieren), damit die Gerbstoffe weicher werden. Oft reichen 15-30 Minuten aus, kräftigere Gewächse profitieren von ein, zwei Stunden Sauerstoffkontakt. Vorsicht bei sehr alten und sensiblen Weinen, die vertragen nur wenig Luft und kippen im schlimmsten Fall innerhalb einer Stunde um.

Am besten, Sie probieren das gleich selbst aus: Buffelsdrift Profundo aus Südafrika offenbart sich nach dem Dekantieren kraftvoll, aber wunderbar weich mit Aromen von dunklen Früchten und Schokolade.

Der fruchtige Mi Terruño Bonarda aus Argentinien dagegen braucht keinen Umweg in die Karaffe. Er duftet aromatisch nach Cassis, Vanille und Lakritz und schmeckt kräuterwürzig und weich.

#3 Die richtige Serviertemperatur
 für Weine

Weißweinemögen es kühl, aber nicht eiskalt. Die oft zitierte Kühlschranktemperatur liegt heute oft bei 4°C und damit für die meisten Weißen zu niedrig. Zwischen 8 und 10 Grad kommen die Aromen perfekt zur Geltung, wie Espino Chardonnay aus Chile eindrucksvoll beweist mit seinem feinen Birnen- und Limonenduft sowie Anklängen von Honig und einem Hauch Salz.

Der Rat, einen Rotwein bei Zimmertemperatur zu genießen, stammt aus einer Zeit, in der die Räume weniger stark beheizt wurden und nicht wie heute mit 22 – 24 °C.

Ein zu warm ausgeschenkter Rotwein verliert an Frische, wirkt schwer und alkoholisch. Leichte, fruchtige Rotweine schmecken am besten sogar leicht gekühlt bei 14 – 16 ° C, ein reifer, opulenter Rotwein entfaltet seine Aromen bei 16 – 18 °C optimal.

Grundregel: Je leichter der Wein, desto kühler sollte er serviert werden.

Sekt und Champagner - im Eis kühlen

# 4 Weinflasche öffnen – Wie Sie den Korken richtig ziehen

Auch wenn viele Winzer, vor allem in Übersee, ihre Weine in Flaschen mit Drehverschluss füllen, der gute alte Korken hat noch nicht ausgedient. Um so ärgerlicher, wenn dieser dann abbricht oder zerbröckelt.

Vermeiden kann man dies mit einem Korkenzieher, den auch Sommeliers gern verwenden, dem so genannten „Kellnermesser“. Mit dem kleinen Messer lässt sich die Kapsel sauber entfernen. Dann die Spindel gerade in den Korken bohren und gleichmäßig drehen. Mittels einer Stütze, die am Flaschenrand aufgesetzt wird, nutzt man die Hebelwirkung und der Korken kommt butterweich aus der Flasche.

Weinflasche öffnen mit Kellnermesser

Kellnermesser - Empfehlung der Sommeliers

Die Korken mal richtig knallen lassen? Lieber nicht, denn durch diesen Sauerstoff-Schock, leiden die Aromen des Weines.

Beim Sekt entfernt man zuerst die Stanniolkapsel und das Drahtkörbchen. Anschließend den Korken festhalten und die (schräg gehaltene) Flasche drehen bis der Korken sich löst und diesen – möglichst ohne Plopp – langsam herauskommen lassen.

#5 Wie lange hält sich offener Wein?

Ist die Flasche einmal geöffnet, läuft die Zeit. Der Wein oxidiert, verliert an Aroma und wird irgendwann zu Essig.

Verhindern lässt sich dieser Prozess nicht, aber durchaus ein paar Tage aufhalten. Die einfachste Methode: Korken wieder rein (oder Flasche zuschrauben) und ab damit in den Kühlschrank. Ja, auch Rotweine. Dunkel und kalt gestellt, halten sich diese bis zu einer Woche.

Gut funktionieren auch Wein-Vakuumpumpen, mit denen man die Luft aus der Flasche zieht und damit die Oxydation verzögert. Eine etwas teurere Variante sind spezielle Schutzgas-Systeme.

Bei Schaumweinen hilft ein guter Sektverschluss. Oder austrinken.

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