Wein aus Cinsault
Cinsault – die Mutter des Pinotage. Kaum eine Rebsorte steht so sehr im Schatten ihres berühmten Nachkommen. Dabei überzeugt Cinsault mit feiner Frucht, weichen Tanninen und großer Eleganz. Typisch sind Aromen von roten Kirschen, Himbeeren, Erdbeeren und feinen Gewürzen, begleitet von moderatem Alkoholgehalt und einer angenehmen Säure. Ursprünglich stammt Cinsault aus Südfrankreich. Heute entstehen vor allem in Südafrika aus alten Buschreben charaktervolle Rotweine voller Frische, Persönlichkeit und Stil. Mehr lesen ▷
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Wie schmeckt Cinsault? Duft & Geschmack
Der Geschmack eines Cinsault wird besonders deutlich von seiner Herkunft und dem Ausbau geprägt. Gemeinsam haben jedoch fast alle Cinsault ihre feine Frucht, weiche Tannine und große Eleganz. Typisch sind zudem ein eher moderater Alkoholgehalt und eine angenehm frische, aber niemals aufdringliche Säure. Dadurch wirken die Rotweine saftig, geschmeidig und ausgesprochen trinkfreudig.
Die klassischen Cinsault aus Südfrankreich zeigen meist Aromen von Erdbeeren, Himbeeren, roten Kirschen und Veilchen. Dazu kommen häufig mediterrane Kräuter wie Thymian oder Rosmarin sowie eine feine Würze. Die französischen Weine wirken weich, harmonisch und unkompliziert. Genau dieser Charakter macht Cinsault bis heute zu einem geschätzten Partner hochwertiger Cuvées.
Ganz anders dagegen in Südafrika. Alte Buschreben, geringe Erträge und ein bewusst schonender Ausbau bringen deutlich charaktervollere Rotweine hervor. Typisch sind rote Kirschen, Cranberry, Granatapfel und Rosenblätter, oft ergänzt von Fynbos, Rooibos oder feinen Gewürznoten. Am Gaumen zeigen sich diese Weine saftig, frisch und erstaunlich elegant. Ihre feinen Tannine und die lebendige Frucht sorgen für einen Trinkfluss, der viele Weinliebhaber an die Eleganz eines Pinot Noir erinnert, ohne dessen Charakter zu kopieren.
Für Roséwein ist Cinsault einer der Klassiker. In Südfrankreich und Südafrika bringt die Rebsorte helle Farbe, rote Frucht, Duft und unbeschwerte Frische in den Wein. Diese Weine sind meist angenehm leicht, trocken und animierend.
Eine ganz andere Aufgabe übernimmt Cinsault in Cuvées. Hier sorgt die Rebsorte für rote Frucht, geschmeidige Tannine und feine Frische. In Kombination mit kräftigeren Rebsorten wie Syrah, Mourvèdre oder Cabernet Sauvignon wirken die Rotweine harmonischer und zugänglicher und behalten doch ihre Persönlichkeit.
Reift Cinsault im Barrique, gewinnt er zusätzlich an Tiefe und Struktur. Je nach Holzart, Alter der Fässer und Reifezeit entstehen feine Noten von Vanille, Zedernholz, Tabak oder süßen Gewürzen. Um die feine Frucht des Cinsault nicht mit zu viel Holz zu überlagern, reifen hochwertige Cinsault meist in gebrauchten Barriques oder größeren Holzfässern. Wie so oft gilt auch hier: Die Dosierung macht's.
Was passt zu Cinsault? Empfehlungen für mehr Genuss
Cinsault ist ein äußerst vielseitiger Speisebegleiter. Die eher milden Tannine (Gerbstoffe) und die meist moderate Säure passen sich gut vielen Gerichten an, dominieren diese aber nicht. Gleichzeitig harmoniert Cinsault auch mit salzigen Speisen, puffert Schärfe und kommt selbst mit Geräuchertem gut zurecht.
In den allermeisten Fällen sind Fisch und Rotwein ein »No-Go«. Bei Fischgerichten mit kräftigem Eigengeschmack und feinen Röstaromen wie Thunfisch oder gegrilltem Lachs passt jedoch sogar ein leicht gekühlter Cinsault. Dies gelingt, weil die Tannine nicht dominieren. Sie haben eher einen Roséwein im Glas? Ebenfalls perfekt!
Sie lieben die mediterrane Küche? Dann empfehlen wir Cinsault zu mit vielen Kräutern gewürzten Vorspeisen, Gemüseaufläufen und Ratatouille, zu Pasta mit Pilzsauce oder fruchtiger Tomatensauce sowie zu hauchdünnem Carpaccio mit salzigen Kapern.
Kennen Sie »Bœuf Bourguignon«? Dieser klassische Rinderschmorbraten mit saftiger, leicht süßlicher, sämiger Sauce aus Wurzeln, Zwiebeln und Sellerie liebt Cinsault als Begleiter. Dies gilt auch für auf gleiche Art zubereitetes Schweine- oder Lammfleisch.
Auch am Grill macht Cinsault eine gute Figur. Besonders zu gegrilltem Huhn, Schweinekotelett, typisch südafrikanischer Boerewors und Grillgemüse wie Auberginen oder Paprika.
Wenn es asiatisch werden soll, empfehlen wir mittelscharfe Gerichte, gerne mit Kokosmilch. Dazu passt Cinsault als leicht gekühlter Rotwein oder als kühler Roséwein.
Bei Käse dürfen Sie gerne vieles ausprobieren. Wegen seiner Frische passt Cinsault zu mildem Weichkäse wie Brie oder Camembert und wegen der milden Tannine auch zu gereiftem Hartkäse.
Ähnlich wie Pinot Noir darf auch Cinsault etwas kühler als viele andere Rotweine eingeschenkt werden. Jüngere Jahrgänge bei 12 bis 14 °C, ältere und komplexere Weine bei 16 bis 18 °C.
Wo wächst Cinsault? Heimat, Klima & Verbreitung
Seine Wurzeln liegen im warmen Süden Frankreichs. Von dort verbreitete sich Cinsault zunächst rund um das Mittelmeer und später bis nach Nordafrika, in den Libanon, nach Chile, Australien, Kalifornien und schließlich nach Südafrika. Je nach Land trägt die Rebsorte unterschiedliche Namen. Bekannt in Südafrika war sie jahrzehntelang als »Hermitage«.
Cinsault liebt Sonne. Hitze und längere Trockenperioden verträgt die Rebsorte besser als viele andere Rotweinsorten. Gerade deshalb erlebt Cinsault heute eine Renaissance – nicht zuletzt durch den Klimawandel.
Jetzt wird es interessant. Spitzen-Cinsault entstehen nicht dort, wo den Reben Wasser im Überfluss zur Verfügung steht. Viel spannender sind gut durchlässige Böden, auf denen Regenwasser rasch versickert. Die Reben müssen tiefer wurzeln und erreichen schließlich wasserführende Bodenschichten. Genau dieser natürliche Wasserstress fördert konzentrierte Trauben und elegante Rotweine voller Frische, Finesse und Persönlichkeit.
Besonders eindrucksvoll zeigt dies Südafrika. Viele der besten Cinsault stammen dort von alten Buschreben mit natürlich niedrigen Erträgen. Warme Sonnentage sorgen für eine vollständige Reife der Trauben, kühle Nächte bewahren Frische und Eleganz. Hinzu kommen Böden aus Granit, Schiefer oder Sandstein, die den Weinen ihren ganz eigenen Charakter verleihen. Heute entstehen hier einige der spannendsten Cinsault der Welt.
Auch Chile erlebt derzeit eine kleine Cinsault-Renaissance. Im Itata Valley entstehen aus alten, teilweise wurzelechten Buschreben elegante Rotweine mit feiner Frucht und lebendiger Frische. In Australien, Kalifornien und dem Libanon bleibt Cinsault dagegen eine Rarität.
Was unterscheidet Cinsault von anderen Rotweinsorten?
Sie sind unsicher, ob Cinsault Ihr Geschmack sein könnte? Dann schauen wir gemeinsam auf die Rotweine, die Sie bereits gerne trinken.
Mögen Sie Pinot Noir, werden Ihnen viele Eigenschaften vertraut vorkommen. Beide Rebsorten setzen auf Eleganz statt Kraft, auf rote Früchte statt dunkler Beeren und auf feine Tannine statt markanter Gerbstoffe. Cinsault wirkt dabei meist etwas sonniger, würziger und unkomplizierter.
Trinken Sie gerne Grenache, dürfte Ihnen auch Cinsault gefallen. Beide Rebsorten lieben warme Weinregionen und zeigen eine offene, rotfruchtige Aromatik. Cinsault besitzt jedoch meist etwas weniger Alkohol, mehr Frische und wirkt dadurch oft eleganter.
Wer Pinotage kennt, erlebt dagegen eine Überraschung. Obwohl Cinsault seine Mutterrebe ist, könnten beide Rotweine unterschiedlicher kaum sein. Pinotage präsentiert dunkle Früchte, kräftige Tannine und viel Würze. Cinsault setzt dagegen auf rote Früchte, Frische und Trinkfreude. Gerade dieser Kontrast macht beide Rebsorten so spannend.
Auch Liebhaber eines kräftigen Cabernet Sauvignon oder Shiraz sollten Cinsault eine Chance geben. Nicht jeder Rotwein muss Kraft demonstrieren. Manchmal überzeugen gerade die leiseren Töne. Cinsault möchte nicht beeindrucken. Er möchte überzeugen – mit Stil.
Mutter des Pinotage – Die Geschichte hinter Cinsault
Ohne Cinsault gäbe es keinen Pinotage. Als der südafrikanische Professor Abraham Izak Perold im Jahr 1925 Pinot Noir mit der damals als »Hermitage« bekannten Rebsorte Cinsault kreuzte, entstand eine völlig neue Rotweinsorte. Sein Ziel war ehrgeizig: die Eleganz des Pinot Noir mit der Robustheit und Zuverlässigkeit des Cinsault zu verbinden. Heute kennt fast jeder Weinliebhaber Pinotage. Seine Mutter dagegen kennen nur wenige: Cinsault.
Dabei begann ihre Geschichte viele Jahrhunderte früher. Bereits im Mittelalter wurde Cinsault im Süden Frankreichs kultiviert und verbreitete sich später rund um das Mittelmeer bis nach Nordafrika. Wegen ihrer hohen Erträge, ihrer Trockenheitsresistenz und ihrer weichen Tannine entwickelte sie sich schnell zu einer der wichtigsten Rotweinsorten der Region.
Doch genau dieser Erfolg geriet Cinsault fast zum Verhängnis. Jahrzehntelang stand vor allem die Menge im Vordergrund. Die Rebsorte lieferte unkomplizierte Alltagsweine und machte zahlreiche Cuvées zugänglicher und harmonischer. Erst als engagierte Winzer alte Buschreben wiederentdeckten und die Erträge deutlich reduzierten, zeigte Cinsault ihr wahres Potenzial. Eleganz statt Masse. Persönlichkeit statt Beliebigkeit.
Heute schreiben Winzer in Südafrika und Chile die Geschichte des Cinsault neu. Aus alten Rebanlagen entstehen charaktervolle Rotweine, die international immer mehr Aufmerksamkeit erhalten. Aus dem früheren Verschnittpartner ist eine eigenständige Persönlichkeit geworden. Heute steht Cinsault selbstbewusst im Mittelpunkt – mit Eleganz.
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Häufige Fragen zu Cinsault
Wie schmeckt Cinsault?
Cinsault überzeugt mit roten Früchten, feinen Gewürzen und weichen Tanninen. Typisch sind Aromen von Erdbeeren, Himbeeren, roten Kirschen und Veilchen, häufig ergänzt von mediterranen Kräutern. Gute Cinsault wirken elegant, saftig und harmonisch statt kraftvoll und opulent.
Für wen eignet sich Cinsault?
Cinsault eignet sich besonders für Weinliebhaber, die elegante und ausgewogene Rotweine bevorzugen. Wenn Sie Pinot Noir oder feinere Grenache mögen, entdecken Sie mit Cinsault häufig einen neuen Favoriten. Wer besonders kräftige und tanninreiche Rotweine bevorzugt, wird mit Cabernet Sauvignon oder Shiraz meist glücklicher.
Was ist der Unterschied zwischen Cinsault und Pinot Noir?
Beide Rebsorten setzen auf Eleganz, feine Tannine und rote Früchte. Pinot Noir wirkt meist etwas komplexer und filigraner. Cinsault zeigt sich dagegen häufig sonniger, würziger und unkomplizierter. Beide gehören zu den elegantesten Rotweinen überhaupt.
Wozu passt Cinsault?
Durch seine milden Tannine und die angenehme Säure begleitet Cinsault viele Speisen. Besonders gut passt er zu mediterraner Küche, gegrilltem Huhn, Lamm, Boerewors, Gemüsegerichten, Pasta, leicht gekühltem Thunfisch oder Lachs sowie zu Brie, Camembert und gereiftem Hartkäse.
Ist Cinsault die Mutter des Pinotage?
Ja. Im Jahr 1925 kreuzte Professor Abraham Izak Perold Pinot Noir mit Cinsault, die in Südafrika damals als »Hermitage« bekannt war. Aus dieser Kreuzung entstand Pinotage, heute die bekannteste Rebsorte Südafrikas.
Kann man Cinsault leicht gekühlt trinken?
Ja. Gerade jüngere Cinsault profitieren von einer Serviertemperatur zwischen 12 und 14 °C. Dadurch wirken Frucht und Frische noch lebendiger. Ältere und komplexere Weine dürfen etwas wärmer bei 16 bis 18 °C serviert werden.
Ist Cinsault ein leichter Rotwein?
Cinsault besitzt meist weniger Tannine und Alkohol als viele andere Rotweinsorten. Das macht ihn jedoch keineswegs zu einem einfachen Rotwein. Gerade darin liegt seine Stärke. Cinsault überzeugt nicht durch Kraft, sondern durch Eleganz, Balance und Finesse.
Warum war Cinsault in Südafrika lange als »Hermitage« bekannt?
Als Cinsault im 19. Jahrhundert nach Südafrika gelangte, setzte sich dort der Name »Hermitage« durch. Erst später wurde die internationale Bezeichnung Cinsault übernommen. Der Name lebt bis heute im Pinotage weiter.
Warum erlebt Cinsault heute eine Renaissance?
Cinsault vereint gleich mehrere Eigenschaften, die heute wieder stark gefragt sind: Die Rebsorte verträgt Hitze und Trockenheit, liefert elegante statt schwere Rotweine und erreicht auf alten Buschreben eine außergewöhnliche Qualität. Genau deshalb gehört Cinsault heute zu den spannendsten Rotweinsorten für warme Weinregionen.
Bild »Cinsault« von Allie Caulfield, Lizenz unter Bildnachweis