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Carignan Traube am Rebstock

Wein aus Carignan

Carignan, die schwarze Traube aus Aragón. Masse oder Klasse? Speziell bei dieser Rebsorte entscheidet die Arbeit im Weinberg maßgeblich über die Qualität des Weins. Die hohen Erträge dieser spätreifenden Sorte luden viele Weingüter lange Zeit zur Massenproduktion ein. Wächst die Traube allerdings auf alten Rebstöcken und wird die Rebe entsprechend stark zurückgeschnitten, können komplexe, extrem fruchtbetonte und charaktervolle Rotweine entstehen. Kein Wunder also, dass Carignan heute eine bemerkenswerte Wiederentdeckung erlebt. Dann kommen Rotweine ins Glas, die das Herz öffnen. Tiefdunkel, säurebetont und tanninreich – Carignan Rotweine mit Klasse. Mehr lesen ▷

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Wie schmeckt Carignan? Viel besser als sein Ruf!

Einfache Masse oder große Klasse? Wie so oft, entscheidet auch bei Carignan die handwerkliche Kunst des Winzers über die Qualität des Weins. Seine Arbeit im Weinberg bestimmt bei dieser Sorte maßgeblich, ob aus Carignan dünne, simple Weinchen oder hochklassige, charaktervolle Rotweine entstehen. Die Carignan-Rebe neigt zu großen Erträgen. Unbeschnitten bringt die Rebe nur simple Masse an einfachen, sauren, tanninhaltigen Landweinen; Ursache für ihr schlechtes Image.

Setzen ambitionierte Winzer aber auf Ertragsreduzierung, reduzieren also die Erträge von theoretisch möglichen 200 hl/ha auf bis unter 20 hl/ha, dann können aus Carignan großartige Weine erzeugt werden. Auch alte, renaturierte Weinberge mit knorrigen Rebstöcken auf kargem, trockenem Grund sind allerbeste Rahmenbedingungen für großen Carignan Wein. Viele der heute besten Carignan-Weine stammen von alten Buschreben (bush vines), die 50 Jahre und länger tief im Erdreich wurzeln. Auch diese Weine haben meist einen hohen Säuregehalt und wirken wegen der kraftvollen Tannine adstringierend am Gaumen. Gerade diese natürliche Säure macht Carignan selbst in warmen Klimazonen erstaunlich frisch. Es entstehen dunkle, geschmacklich dichte und komplexe Rotweine.

Carignan besticht dann mit intensiven Aromen von dunklen Früchten wie Brombeere, Pflaume und Sauerkirsche, ergänzt um Schokolade, Kaffee und Hölzer. Häufig finden wir außerdem Lakritz, schwarzen Pfeffer, Kräuter, Veilchen oder sogar Noten schwarzer Oliven. Dann wird aus dem ungeliebten Kind ein echter Prachtkerl!

Wozu passt Carignan Wein? Empfehlungen für mehr Genuss

Ganz klar, bei unseren Empfehlungen gehen wir immer davon aus, dass nur ein ordentlicher Carignan ins Glas kommt, also gute Qualität. 

Worauf sollten wir achten? Nun, Carignan sorgt im Wein für ein höheres Maß an Säure sowie kräftige Tannine. Ist der Carignan Wein rebsortenrein gekeltert, kommen diese besonders stark zur Geltung. Dann empfehlen wir saftige Braten, Schweineschulter mit Kräutern, Lammgerichte, würzige Wurst- und Schinkenspezialitäten sowie krosses Federvieh. Die feinen Röstaromen der Speisen passen hervorragend zu den kräftigen Tanninen des Carignan. Aber auch rein vegetarische Gerichte wie Antipasti, Ratatouille oder gut gewürzte Gemüseaufläufe puffern die Tannine des Rotweins. Dank seiner frischen Säure harmoniert Carignan zudem hervorragend mit tomatenbasierten Gerichten und vielen Klassikern der mediterranen Küche. 

Sollten Sie eine Cuvée im Glas haben, spielen natürlich auch die anderen Rebsorten eine wichtige Rolle. Bleibt die Sorte Carignan dominant? Dann gelten unsere obigen Empfehlungen. Oder ist Carignan in der Cuvée nur eine Ergänzung im großen Konzert mit weiteren Partnern? Dann wird das Zusammenspiel aller Rebsorten relevant. Zur kraftvollen und komplexen Cuvée empfehlen wir gegrilltes, gebratenes und geschmortes Fleisch sowie Wild mit seinem intensiven, charakteristischen Aroma. Auch dunkles, würziges Brot neutralisiert mit seiner Stärke wunderbar die Gerbstoffe und den Alkohol im Rotwein. 

Sie haben eine lange gereifte und in Würde gealterte Cuvée? Dann versuchen Sie es mal mit Pilzgerichten und einer kräftigen Sauce. Sollte Ihre Carignan Cuvée eher fruchtig und noch jugendlich sein mit anregenden Gerbstoffen und frischer Säure, dann passen klassische Ente und Gans. 

Verbreitungsgebiet der Rebsorte Carignan 

Die Sorte Carignan ist weltweit verbreitet. Wenig verwunderlich, denn die Option auf hohe Erträge je Hektar machte sie bei Winzern früher zu »Everybody‘s Darling«, trotz ihrer Anfälligkeit im Weinberg für Fäulnis oder Mehltau. Carignan mit seinen mittelgroßen, rundlichen Beeren treibt spät aus, reift sehr spät und ist prädestiniert für warme Klimazonen. Vor zu intensiver Sonne bleibt sie dank ihrer dicken Schale gut geschützt. 

Die historische Heimat der Rebsorte liegt vermutlich im spanischen Aragón. Ihren Namen verdankt sie der Stadt Cariñena nahe Saragossa. Heute finden wir bedeutende Bestände vor allem in Spanien und Frankreich. In Südfrankreich wächst Carignan insbesondere im Languedoc, im Roussillon und in der Provence. Viele der ältesten Carignan-Weinberge Europas stehen bis heute in diesen Regionen. 

Unter dem Namen Mazuelo ist die Rebsorte auch in der Rioja verbreitet. Besonders gute Qualitäten entstehen außerdem in Katalonien (Priorat oder Montsant). Dort liefern alte Buschreben konzentrierte und charaktervolle Rotweine. 

Rund um das Mittelmeer wächst Carignan außerdem in Italien, Marokko und Algerien. Auf Sardinien ist die Rebsorte als Carignano bekannt und prägt bis heute einige der interessantesten Rotweine der Insel. 

Auch in Übersee spielt Carignan seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Besonders Chile hat sich zu einer spannenden Herkunft für hochklassige Carignan-Weine entwickelt. Bedeutende Anbauflächen finden wir außerdem in den USA, Australien und Südafrika. 

Ob Europa oder Übersee – die besten Carignan-Weine stammen meist von tief wurzelnden Rebstöcken in warmen, trockenen Regionen. Bei entsprechender Ertragsreduzierung entstehen dann Rotweine mit viel Frucht, markanter Würze, frischer Säure und stabilem Tanningerüst.

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Carignan, Grenache oder Shiraz – welcher Rotwein passt zu Ihnen? 

Grenache, Shiraz und Carignan stammen meist aus warmen Weinregionen und begegnen uns sogar häufig gemeinsam – in einer Cuvée. Dennoch könnten die Unterschiede kaum größer sein. 

Grenache steht für Frucht, Wärme und Zugänglichkeit. Die Weine wirken oft weich, rund und charmant. Wer unkomplizierte und fruchtbetonte Rotweine sucht, wird oft bei Grenache fündig. 

Shiraz bringt meist mehr Kraft, mehr Fülle und dunkle Aromen ins Glas. Die Weine sind geprägt von Brombeeren, Pfeffer und Gewürzen. Liebhaber opulenter und kraftvoller Rotweine greifen oft zu Shiraz. 

Carignan geht seinen ganz eigenen Weg. Die Rebsorte besitzt meist mehr Säure als Grenache und wirkt frischer und lebendiger. Gleichzeitig sind die Weine etwas schlanker und weniger opulent als Shiraz. Typisch sind dunkle Früchte, eine sehr markante Würze und ein stabiles Tanningerüst. Dies verleiht Carignan-Weinen Struktur. Sie haben Charakter, ohne schwer zu sein. 

Wenn Ihnen Grenache zu weich und Shiraz zu mächtig erscheint, dann sind Sie ein »Carignan-Typ«. Dann überzeugen Sie Frische, Würze und Charakter. 

Carignan – Wiederentdeckung einer alten Rebsorte 

Wegen der früher üblichen Massenproduktion hat Carignan Wein bei vielen den Ruf des ungeliebten schwarzen Entleins. Ganz zu Unrecht, denn aus Carignan lassen sich hochklassige Rotweine keltern, wenn der Winzer sein Handwerk versteht und konsequent auf Qualität setzt. 

Die Rebsorte Carignan hat ihren Ursprung vermutlich rund um die spanische Stadt Cariñena nahe Saragossa. Von dort aus verbreitete sie sich über viele Jahrhunderte im gesamten Mittelmeerraum. Unter dem Synonym Mazuelo wächst sie bis heute in der Rioja. Mit weit über 350.000 ha Rebfläche erreichte Carignan in den 1960er Jahren ihre größte Verbreitung und zählte damals zu den wichtigsten roten Rebsorten weltweit. Vor allem Frankreich, Spanien und Nordafrika setzten bei dieser Rebsorte auf Masse. Durstige Kehlen wurden mit meist einfachen, süffigen Weinen versorgt. So entwickelte sich das schlechte Image der Rebsorte. 

Seit rund zwei Jahrzehnten aber beweisen Spitzenwinzer in Europa und Übersee, dass Carignan deutlich mehr kann. Alte Parzellen mit knorrigen Rebstöcken werden wiederentdeckt und rekultiviert. Durch konsequente Ertragsreduzierung entstehen heute charaktervolle Rotweine mit Tiefe, Frucht, Würze und Struktur. Aus dem einstigen Massenträger wurde vielerorts ein gefragter Charakterwein. 

Ein besonders gutes Beispiel für diese Entwicklung finden wir in Chile. Im Valle de Maule stehen zahlreiche alte Secano-Weinberge mit Carignan-Rebstöcken, die bereits in den 1940er Jahren gepflanzt wurden. Später gerieten viele dieser Weinberge in Vergessenheit und wurden weitgehend sich selbst überlassen. Über Jahrzehnte gruben sich die Reben mit ihren Wurzeln tief in die Gesteinsschichten, immer auf der Suche nach Wasser. Heute entstehen dort bemerkenswert fruchtige und komplexe Rotweine mit floralen und würzigen Noten, feiner Säure sowie stabilen Tanninen als Rückgrat. 

2009 gründeten zwölf unabhängige Winzer die Bewegung MOVI (Movimiento de Viñadores Independientes). Ihr Ziel: authentische Weine mit Herkunft und Charakter. Zu den bekanntesten Aushängeschildern dieser Qualitätsbewegung zählen die VIGNO-Weine aus alten Carignan-Lagen des Maule Valley. Sie stehen heute beispielhaft für die Renaissance dieser lange unterschätzten Rebsorte. Carignan – früher Masse, heute Klasse. 

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Warum Sie vinovossum bei der Weinberatung vertrauen können 

Seit mehr als 30 Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit Wein, Weinberatung und internationalem Weinhandel. Unser Schwerpunkt liegt seit vielen Jahren ausschließlich auf feinen Weinen aus Übersee. Alle Winzer kennen wir persönlich und besuchen ihre Weinregionen regelmäßig. Dadurch erhalten wir Informationen zu Rebsorten, Klima, Böden, Weinbergen und Ausbau direkt aus erster Hand. 

Die Inhalte unserer Weinberatung entstehen auf Grundlage eigener Verkostungen, langjähriger Erfahrung sowie des engen Austauschs mit Winzern aus Argentinien, Australien, Chile, Neuseeland, Südafrika und Uruguay. Unser Ziel ist es, Weinwissen verständlich zu erklären und Ihnen die Auswahl des passenden Weins zu erleichtern. 

Mehr über unsere Philosophie, unsere Winzer und unsere Leidenschaft für Übersee-Weine erfahren Sie auf der Seite »Über vinovossum«. 

Häufige Fragen zu Carignan 

Was ist Carignan? 

Carignan ist eine rote Rebsorte mit Ursprung im spanischen Aragón. Die spätreifende Sorte liefert meist fruchtbetonte Rotweine mit markanter Würze, frischer Säure und stabilem Tanninrückgrat. Heute erlebt Carignan vor allem in Chile, Spanien und Südfrankreich eine Renaissance. 

Wie schmeckt Carignan? 

Carignan überzeugt mit Aromen von Brombeeren, Pflaumen und Sauerkirschen. Je nach Herkunft und Ausbau ergänzen würzige Noten von Pfeffer, Kräutern, Lakritz oder schwarzen Oliven das Aromabild. Gute Carignan-Weine verbinden Frucht, Würze und Charakter. 

Ist Carignan ein schwerer Rotwein? 

Nicht unbedingt. Trotz kräftiger Tannine besitzt Carignan meist eine lebendige Säure, die den Wein frisch und ausgewogen wirken lässt. Viele Carignan-Weine haben daher viel Charakter, ohne schwer oder alkoholbetont zu sein. 

Wozu passt Carignan? 

Carignan harmoniert hervorragend mit Lamm, Schweinebraten, Wild, Wurst- und Schinkenspezialitäten sowie mediterranen Gerichten. Dank seiner frischen Säure passt die Rebsorte auch gut zu tomatenbasierten Speisen, Ratatouille und würzigen Gemüsegerichten. 

Wo wird Carignan angebaut? 

Die größten Bestände finden wir heute in Spanien und Frankreich. Bedeutende Anbaugebiete liegen außerdem in Chile, Italien, Australien, Südafrika und den USA. Besonders hochwertige Carignan-Weine stammen häufig von alten Buschreben in warmen, trockenen Regionen. 

Warum galt Carignan lange als einfache Rebsorte? 

Carignan kann sehr hohe Erträge liefern. Ohne konsequente Ertragsreduzierung entstehen oft einfache Weine. Erst als Winzer die Erträge von über 200 hl/ha auf bis unter 20 hl/ha reduzierten, zeigte die Rebsorte ihr großes Potenzial für hochwertige und charaktervolle Rotweine.

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Bild »Carignan« von Pancrat, Lizenz unter Bildnachweis